Palmensamen

Nachdem ich mich in den letzten Tagen intensiv mit dem Thema Palmensamen auseinandergesetzt habe, habe ich heute meinen ersten Versuch gestartet. Glücklicherweise habe ich vor einigen Jahren eine ganze Menge Palmensamen geschenkt bekommen, die ich allerdings bis dato nie angerührt habe. Es handelt sich dabei um 10 verschiedene Sorten (2 Sorten sind leider noch unbekannt):
  1. Licula Ramsayi

  2. Sabal Palmetto
  3. Geonoma Interrupta
  4. Wallichia Densiflora
  5. Roystonea Borinquena
  6. Crytostachys Renda (C. Lakka)
  7. Oncosperma Tigillarium
  8. Veitchia Merrillii
Die Samen lasse ich jetzt für mindestens 24 Stunden in 0,03% H2O2 Lösung quellen. Das wirkt einerseits desinfizierend, andererseits hat der entstehende Sauerstoff eine keimfördernde Wirkung. Danach werden die Samen in Keimbeuteln auf eine Heizmatte gestellt. Als Substrat werde ich Kokohum mit 50% Perlite verwenden. Sehr wichtig hierbei ist, dass die Beutel nicht zuviel Feuchtigkeit enthalten dürfen (Schimmelgefahr!). Laut einhelliger Meinung muss das Kokohum mit der Hand solange gepresst werden, bis kein Wasser mehr austritt. Man muss sich hier vor Augen führen, dass manche Palmensamen bis zu 6 Monate brauchen können, um schlussendlich zu keimen. Vorallem in unseren Breiten handelt es sich also bei der Palmenzucht um eine Lebensaufgabe. Wobei ich mir hier noch nicht mal sicher bin, ob man überhaupt von einer Zucht sprechen kann. Hat man kein beheiztes Gewächshaus und keinen Wintergarten, ist der Wachstum der meissten Palmenarten extrem eingeschränkt. Auch die unterschiedlichen Anforderungen an Substratzusammensetzungen und Gießtechniken stellen eine enorme Herausforderung dar!

Ich habe die Samen bisher sehr sorgfältig behandelt und vorher alles desinfiziert, womit sie in Kontakt kommen. Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand rate ich auch durchaus zur Benutzung von 1mal Handschuhen. Ich kann mich nur nochmal wiederholen: In vielen Foren wird darüber berichtet, dass die Samen unglaublich schnell anfangen können zu schimmeln. Es erscheint mir soweit auch logisch: In meinem Fall zum Beispiel, habe ich keine Informationen über den genauen Ursprung der Samen, oder wie sie – bevor ich sie bekommen habe – gelagert worden sind. Weiterhin ist der Keimbeutel luftdicht und warm, was in Kombination sicherlich nicht pilzhemmend wirkt. Vorsicht ist also die Mutter der Porzellankiste!

Weitere Bilder findet ihr in meinem Palmen Webalbum.

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