Chilis: Überwintern von Chili Pflanzen
3. Juli 2008 von Brian Boskoop | 5 Kommentare
Was muss man beim Überwintern beachten?
Die Pfanzen mögen es hell, aber nicht voll sonnig. Die Tageslänge im Winter ist in unseren Breiten einfach zu kurz, die um die Pflanze in ihrer Wuchsphase zu halten. Was passiert bei zuviel Helligkeit im Winter, zum Beispiel an einem Süd-Fenster? Die Pflanze verliert nach und nach ihre Blätter und stirbt fröhlich vor sich hin. Das Nord Fenster eignet sich nach meinen Erfahrungen viel besser. Ideal ist auch ein heller Platz im Wohnzimmer oder in der Küche. Es sollte nicht direkt das Fenster sein. Ein heller Flur funktioniert auch sehr gut.
Was passiert, wenn die Pflanze zu dunkel steht? Das gleiche! Die Pflanze stirbt oder wird von Schädlingen zerfressen.
Schädlinge sind überhaupt eins der größten Probleme beim Überwintern einer Chili Pflanze. Chilis sind sehr anfällig für Spinnmilben und Läuse. Besonders bei niedriger Luftfeuchtigkeit ist umbedingt darauf zu achten, ob Schädlinge die Pflanze befallen haben. Hat man einen Schädlingsbefall festgestellt, kann man ihn sehr gut mit Neem, Nikotin, Schmierseife oder durch einfaches Abwaschen bekämpfen. Am sinnvollsten ist eine Kombination aus allem.
Kommen wir nun zum Thema “Gießen”.
Die Pflanze sollte feucht, aber nicht naß gehalten werden. Zu trocken darf sie auch nicht werden. Für einen 10l Topf reichen 1l Wasser alle 7 Tage vollkommen aus. Gedüngt werden sollte nicht!
Was jetzt noch fehlt ist das Umtopfen und der Rückschnitt: Die Chili Pflanze wird im Idealfall zwischen Februar und März umgetopft und danach etwas zurückgeschnitten. Es ist auch kein Problem nur den Stamm stehen zu lassen. Ist der Zeitpunkt spät genug gewählt, d.h. zum Beispiel Ende März, schafft es eine bis auf den Stamm zurückgeschnittene Chili Pflanze problemlos, wieder neue Triebe auszubilden. Die Tageslänge reicht schon aus, um die Pflanze zu einer neuen Wuchsphase anzuregen. Schneidet man sie dagegen zu früh zu stark zurück, kann es passieren, dass die Pflanze abstirbt, weil die Zweige austrocknen. Das Wurzelwerk kann (muss aber nicht) zurückgeschnitten werden. Seid dort bitte ein wenig vorsichtiger. Ich tendiere eher dazu, meine Pflanzen leicht zu schütteln, damit sie alte Erde verlieren, aber keine Wuzeln abreissen. Der Topf in den umgetopft wird sollte etwas größer sein, als der alte.
Nachdem man die Pflanze umgetopft hat, sollte man sie langsam an die Sonnenstrahlen gewöhnen und sie allgemein heller stellen. Achtet darauf, noch nicht zuviel Sonne auf sie scheinen zu lassen. Die März und April Sonne kann tückisch sein! 15 Minuten voller Sonne können bei einer frisch überwinterten Chili Pflanze für einen knackigen Sonnenbrand ausreichen. Gewöhnt sie lieber langsam an die Sonne, indem ihr sie erst in den Schatten stellt und sie von 5 Minuten Sonne über 10 Minuten Sonne langsam immer länger in der Sonne stehen lasst. Das macht ihr 2-3 Tage und habt danach keine Probleme mehr sie den ganzen Tag in der Sonne stehen zu lassen. Ihr entwickelt mit der Zeit ein Gefühl dafür, was zuviel und was zuwenig ist.
Ab jetzt könnt ihr auch beginnen, die Pflanzen regelmässig zu düngen.
Allgemein kann man sagen, dass es nicht umbedingt sinnvoll ist, eine C. annuum zu überwintern. Es sei denn, es handelt sich dabei um eine besonders seltene Sorte. Annuums tragen im zweiten Jahr weniger Früchte als im Vorjahr und der Aufwand ist bei einer neuen Aufzucht nahezu gleich. C. chinende dagegen eigenen sich viel besser. Sie tragen im zweiten und dritten Jahr deutlich mehr Früchte, als im Vorjahr. Die Pflanzen sind insgesamt kräftiger und haben ein wesentlich größeres Wurzelwerk, auf das sie zurückgreifen können, um Nährstoffe besser aufnehmen zu können. Andere Chili Sorten habe ich bisher noch nicht ausprobiert. Die Aufzucht steht erst im kommenden Jahr an.
Abschliessend gibt es hier noch Fotos einer mittlerweile drei Jahre alten NuMex Suave Red (C. chinense).
Rückschnitt im März und die Gewöhnung an die ersten Sonnenstrahlen
…nach dem Umtopfen noch viel besser!
Typisch sind die kleineren Blätter.
Diese tollen Früchte gibt es dann Ende Juni und im August sind sie reif.
Das war´s dann auch schon. Ich wünsche euch viel Erfolg mit euren Chilis!
Wie immer: Bei Fragen stehe ich euch in den Kommentaren jederzeit zur Verfügung.
Überwinterte Chilis des Jahres 2008 / 2009
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Info zum Beitrag
geschrieben am Donnerstag, den 3. Juli 2008 um 21:34 Uhr
Kategorien: Chilis
Tags: Chilis, pflanzen, überwintern














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Pingback vom 28. Juli 2008 um 21:29
[...] erinnert euch sicher an mein Posting zur Überwinterung von Chili Pflanzen. Eine dieser überwinterten Chilis, eine 2005er NuMex Suave Red, musste sich heute ihre erste Beere [...]
2. Maja
Kommentar vom 29. Juli 2008 um 16:15
Hallo Patrick,

ich habe auch Winter 07/08 das erste Mal Chilis überwintert. Es ist wirklich sehr kompliziert. Ist es zu dunkel, zu feucht oder zu trocken sterben sie weg. Ich ging mit 15 Pflanzen ins Rennen und überlebt hat nur eine den Winter. Diese trägt aber 2008 über 50 Schoten und ist ein tolles, kräftiges Bäumchen gewurden.
Hier kannst du dir mal den Beitrag dazu anschauen und die dazugehörige Pflanze.
Dieses Jahr werde ich es wieder versuchen und mit mehr Planung und Sorgfalt rangehen.
Liebe Grüße,
Maja
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4. Miri
Kommentar vom 7. September 2009 um 16:41
Sind 30W nicht ein bißchen wenig? Steh jetzt zum ersten Mal vor der Frage und hab noch 0 Ahnung.
Hab mal ein bißchen recheriert… das was hier beschrieben wird klingt ein bißchen überdimensioniert. Oder bringen Energiesparlampen mehr Power?
5. Brian Boskoop
Kommentar vom 7. September 2009 um 17:08
Komtm ganz drauf an, wie weit die Lampe von der Pflanze weg ist. Ich nutze mittlerweile sehr selten künstliche Beleuchtung für meine Chilis im Winter, ein helles Treppenhaus hat sich sehr bewährt und die Erfolgsquote zum positiven gewendet.Ein größeres Problem stellen noch immer die Schädliche dar, weniger das Licht.
Die von dir verlinkte Seite ist eher was für Leute, mit viel Geld. Denn Strom kostet Geld und nach einer kurzen Kosten / Nutzen Rechnung komme zumindest ich zu dem Schluss, dass mir das die Sache bei den heutigen Strompreisen nicht wert ist. Die einzigen künstlichen Lampen, die ich verwende sich 865er Neonröhren für die Anzucht… ansonsten muss die Sonne langen.