Blattläuse: Was kann man gegen akuten Blattlausbefall tun?

Zuerst ein wenig Theorie:

Blattläuse (Aphidoidea) gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha) und gelten als Schädlinge. 850 der ca. 3000 Arten leben in Zentraleuropa. Ihre Hauptnahrungsquelle ist Pflanzensaft, den sie aus den Blättern oder Stielen saugen. Zudem übertragen sie Pflanzenkrankheiten und Viren und ihr Ausscheidungen können Schimmel ansetzen.

Blattläuse sind in der Regel nur wenige Millimeter groß und kommen sowohl mit Flügeln, als auch ohne Flügel vor. Die ungeflügelten Blattläuse vermehren sich durch Jungfernzeugung, sie gebären lebend. Nach einiger Zeit wird eine geflügelte und zudem geschlechtlich fortpflanzende Generation geboren, die für Verbreitung und Wirtswechsel zuständig sind. Dies geschieht zum Beispiel bei Überpopulationen oder einem Angriff von Fressfeinden. Diese Generation vermehrt sich durch Eiablage und ist gleichzeitig für die Überwinterung zuständig.

Jetzt kommt die Praxis:


Blattlausbefall bei einer Chili Pflanze

Geflügeltes Exemplar in einem Meer von Ausscheidungen.


Einzelne Blattläuse auf der Blattunterseite


Typische Verwachsungen an frischen Blättern bei starkem Befall


Zwei Blattläuse bei der Arbeit


Gelbliche Blattläuse, die von Ameisen gemolken werden

Was kann man dagegen tun?

Nachdem man einen Blattlausbefall festgestellt hat, wäscht man die Pflanze sorgfältig ab. Die Badewanne eignet sich super dafür; ist die Pflanze zu groß, tut´s auch ein harter Wasserstrahl. Danach besprüht man die Chili mit einer Lauge aus Schmierseife, Spiritus und Wasser. 100g Schmierseife, 150ml Spiritus auf ca. 2l Wasser reichen vollkommen. Die Schmierseife raubt dem Wasser die Oberflächenspannung und ertränkt die Schädlinge. Dadurch dezimiert man die Schädlingspopulation bereits nachhaltig. Der Kampf hat also begonnen!

Einige Tage später kann man dazu übergehen, die Pflanze mit Nikotin oder Neem zu besprühen und/oder mit Neem zu giessen – bitte nicht mit der Nikotinlösung giessen, das kommt nicht gut. Kommt es ganz dicke, kann man auch abwechselnd Nikotin und Neem sprühen – der Wechsel sollte alle zwei bis drei Tage erfolgen. Beide Präperate müssen erst natürlich abgebaut werden.

Eine Nikotinlösung ist einfach hergestellt. Man nimmt einen kleinen Eimer mit Wasser und fügt 10-15 Zigarettenstummel hinzu. Diese Lösung lässt man jetzt mindestens 24h ziehen und siebt sie anschliessend durch. Die dadurch gewonnene Nikotinlösung sprüht man jetzt auf die Pflanze, idealerweise nur auf die Blattunterseite. Nur keine Angst, das macht ihr nichts! Das Nikotin wirkt als Nstarkes Nervengift und tötet die Schädlinge ab, ohne dabei der Pflanze zu schaden.

Neem (oder Niem) kann man sehr unkompliziert im Internet bestellen. Baumärkte haben es zumindest bei mir in der Ecke nicht. Die Dosierung ist je nach Neempräperat unterschiedlich und kann beim Hersteller angefragt werden. Auch Neem wirkt wie ein Nervengift.

Haltet ihr euch einige Tage an diese Tips, solltet ihr bereits nach wenigen Tagen blattlausfrei sein!

Weitere interessante Artikel zum Thema in befreundeten Blogs:

- Pflanzenläuse/Blattläuse (Hemiptera) in jK´s Pflanzenblog
- Blattläuse bekämpfen im Garten Freunde Blog

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